Suat Serdar: Haben eine junge Truppe mit einer vielversprechenden Zukunft

Mit sieben Toren führt Suat Serdar die interne Torschützenliste des FC Schalke 04 an – und muss sich doch ab und zu einen nett gemeinten Spruch von Amine Harit anhören. Im Interview mit schalke04.de spricht der 22-Jährige über seine Torgefahr, die Weiterentwicklung der jungen Schalker Mannschaft und darüber, warum auch im Spiel beim FC Bayern etwas zu holen ist.

Suat Serdar

Suat, du musstest gegen Mönchengladbach aufgrund einer Wadenprellung ausgewechselt werden: Wie geht’s dir und bist du fit für das Spiel am Samstag?
Mir geht’s ganz gut, ich will sehr zeitnah ins Mannschaftstraining einsteigen. Und dann bin ich bereit für das Duell mit den Bayern.

Du hast vor gut einem Jahr gesagt, dass du torgefährlicher werden willst. Jetzt hast du sieben Tore auf dem Konto – die meisten bei uns im Team. Was sind die Gründe für deine Torgefahr?
Das stimmt, ich hatte es mir als großes Ziel gesetzt, mehr Torgefahr zu entwickeln – das habe ich bislang sehr gut umgesetzt. Ich habe aber andere wichtige Dinge dabei nicht vernachlässigt, wie beispielsweise das Arbeiten gegen den Ball. Meine Mitspieler haben mir in dieser Saison bislang sehr viele Torchancen aufgelegt und die habe ich erfolgreich genutzt.

Gibt es eigentlich intern einen Wettkampf zwischen dir und Amine Harit, welcher Mittelfeldspieler die meisten Saisontore schießen wird?
Nein, das nicht. Aber Amine zieht mich meistens damit auf, dass ich noch keine Assists habe, außer im DFB-Pokal. (lacht)

Du wirkst in deinen Aktionen noch dynamischer als in der vergangenen Spielzeit.
Man sieht, dass bei mir alles schneller und zielstrebiger geworden ist. Daran habe ich in der Sommer-Vorbereitung viel gearbeitet und ich bin sehr froh, dass ich das in den Spielen so umsetzen kann.

Meine Mitspieler haben mir in dieser Saison bislang sehr viele Torchancen aufgelegt und die habe ich erfolgreich genutzt.

Suat Serdar

Du spielst meist links in der Raute: Wie sehr kommt dir dieses System entgegen?
Ich spiele auch gerne im Zentrum, aber ich kannte die linke Position in der Raute aus meiner Zeit in Mainz auch sehr gut. Ich habe auf links viel mehr Platz nach vorne, das hilft mir, wenn ich weiterhin diese Torgefahr ausstrahlen möchte.

Du bist zuletzt von den Fans zum Spieler des Monats Dezember gewählt worden. Wie viel bedeutet dir das?
Es ist eine tolle Auszeichnung und ich bin stolz, dass die Fans für mich abgestimmt haben. In erster Linie möchte ich für die Mannschaft wichtig sein. Aber natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn ich ein weiteres Mal zum Spieler des Monats gewählt werden würde.

Man erkennt die spielerische Weiterentwicklung des Teams in jedem Spiel. Wo siehst du trotzdem noch Verbesserungspotenzial in der Mannschaft?
Wenn man sich unsere Startelf ansieht, erkennt man, dass wir ein sehr junges Team haben. Es gibt natürlich Dinge, die wir verbessern können. Im Vergleich zur Vorsaison haben wir in unserer Entwicklung einen enormen Schritt gemacht. Wir müssen weiterhin in den Schlussminuten so clever agieren wie zuletzt – das war etwas, das wir beispielsweise gegen Köln und Düsseldorf nicht gemacht haben. Aus diesen Fehlern haben wir gelernt. Wir haben eine junge Truppe mit einer vielversprechenden Zukunft.

Im Vergleich zur Vorsaison haben wir in unserer Entwicklung einen enormen Schritt gemacht.

Suat Serdar

Wir sind aktuell Fünfter mit Kontakt zu den Teams ganz oben: Was ist in dieser Saison noch drin?
Ich schaue gerne von Spiel zu Spiel, aber klar: Wenn man so weit oben steht, dann möchte man dort auch bleiben. Wenn wir so weiterspielen, ist die Qualifikation für das europäische Geschäft absolut möglich. Wir müssen in jedem Spiel aufs Neue Gas geben, auf drei Punkte spielen – so können wir dieses Ziel erreichen. Ich bin mir sicher, dass jeder im Team in der nächsten Saison in Europa spielen möchte.

Am Samstag geht’s zu den Bayern, unsere Bilanz in den letzten Jahren ist nicht die beste: Warum können wir trotzdem dort bestehen?
Wir haben keinen Druck, denn wenn man bei den Bayern spielt, hat man nichts zu verlieren. Wenn wir so weiterspielen, wie wir vor der Winterpause aufgehört und nun gegen Gladbach weitergemacht haben, ist alles möglich. Wie heißt es so schön? Ein Spiel dauert 90 Minuten.

Die EM ist noch weit entfernt, aber wie sehr ist auch dieses Ziel bei dir im Hinterkopf?
Ich denke aktuell nicht so häufig daran, sondern konzentriere mich auf Schalke. Wir haben im März noch mal Länderspiele, dann ist diese Thematik etwas interessanter. Wenn ich so weiterspiele wie aktuell, dann habe ich meine Pflicht getan. Dann wird man sehen, wie der Bundestrainer entscheidet.

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